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Gute Performance von Schmierstoffen

Anforderungen an und Leistungsfähigkeit von modernen Schmierstoffen

Es ist eine Tatsache:
Ohne Schmierstoffe würde wohl der gröBte Teil aller Maschinen und Geräte in der Lebensmittelindustrie still stehen. Gut beraten ist, wer bei der Auswahl eines geeigneten Mittels auf die NSF-Registrierung achtet.


Der Faktor Schmierstoff findet in der Lebensmittelindustrie zunehmende Beachtung, speziell bezüglich seines Potenzials als unerwünschte Kontaminationsquelle. Man kann davon ausgehen, dass die rund 5.900 Betriebe der deutschen Ernährungsindustrie ungefähr 30.000 Tonnen Schmierstoffe jährlich verbrauchen. Davon können ca. zehn Prozent als lebensmittelverträglich bezeichnet werden.

In den Medien ist fast täglich von Rückrufaktionen kontaminierter Lebensmittel zu lesen. Obschon die Schmierstoffe dabei glücklicherweise nur einen kleinen Teil ausmachen. beinhalten moderne HACCP-Konzepte heute in jedem Fall auch die so genannten LCCP (lubrication Contamination Control Points).



Typischer LCCP

Die Anforderungen an moderne Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie werden einerseits durch die Maschinen und deren Hersteller (OEM) vorgegeben, andererseits bestehen aber auch klare Restriktionen bezüglich der Auswahl von lebensmittelverträglichen Rohstoffen. Die eingesetzte Technik unterscheidet sich prinzipiell nicht von solchen anderer Industriezweige, die Umgebungseinflüsse sind jedoch wesentlich komplexer. Beispielsweise das tägliche Waschen von Maschinen mit zum Teil aggressiven Medien und unter Hochdruck, die Kontamination mit recht aggressiven Substanzen (z.B. Fruchtsäften) und der Einfluss von extremen Temperaturen (vom Schockkühlsystem bis zum Waffelofen).

Bis 1998 wurde in den meisten Ländern die Schmierstoffklassifizierung „USDA H1“ (incidental food contact) zur Kennzeichnung von Schmierstoffen verwendet. In Europa gibt es noch keinen verbindlichen Standard (ISO 21469 in Vorbereitung). Es ist daher üblich, die US-Standards der FDA (Food and Drug Administration) und des USDA (US Department of Agriculture) heranzuziehen, obwohl dieses die Registrierung von Schmierstoffen mittlerweile eingestellt hat.
Im Rahmen internationaler Ausschüsse wurde seither eine auf der USDA-Norm beruhende technische Definition für Schmierstoffe in der Lebensmittelindustrie erarbeitet und ein Produktregistrierverfahren erstellt. Dabei verifiziert die unabhängige, private Organisation NSF International, dass jedes in Frage kommende Produkt die von der Industrie und vom Gesetzgeber auferlegten Bedingungen erfüllt. Die ersten Schmierstoffe der neuen Klasse „NSF H1" wurden im Jahr 2000 registriert (http://www.nsf.org/usda/psnclistings.asp). In zunehmendem Maße lernen Lebensmittelhersteller das neue System kennen und schätzen. Durch deren Akzeptanz wird sich die Bekanntheit der neuen Kennzeichnung „NSF H1" weiter festigen. Jeder Betrieb sollte heute vom Öllieferanten den Nachweis verlangen, dass dessen Produkte eine neue und gültige NSF-Registrierung aufweisen.









Dieses Logo sollte heute auf keinem Schmierstoffetikett mehr fehlen Broschüre der EHEDG

Die European Hygienic Equipment Design Group (EHEDG) informierte inzwischen die Lebensmittelhersteller über die Änderungen und hat eine Dokumentation publiziert, die in Form einer Richtlinie die Bedeutung der Schmierstoffe im Food-Bereich und typische Anwendungen erläutert. Diese Richtlinie umschreibt die technische und operationelle Verantwortung der Schmierstoffhersteller nicht nur in Bezug auf das Erfüllen technischer Spezifikationen, sondern auch in Bezug auf die Qualitätssicherung bei der Produktion und Verteilung.

In der Vergangenheit war es nicht immer einfach, alle diese Kriterien zu kombinieren. Das führte unter anderem dazu, dass lebensmittelverträgliche Schmierstoffe früherer Generationen öfters nicht die gleiche Leistungsfähigkeit aufwiesen wie normale Standardschmiermittel, was leider auch heute immer noch zu Diskussionen führt.
Je nach geografischer Lage herrscht nach wie vor die Meinung vor, dass Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie ein Performancedefizit aufweisen, dass mehr Verschleißprobleme auftreten und grundsätzlich damit die Lebensdauer einer Ölfüllung verkürzen. Dadurch kamen die Produkte etwas in Verruf: Warum Schmierstoffe einsetzen, die sehr teuer sind, aber eine kürzere Lebensdauer und Leistungsfähigkeit aufweisen?

Diese Situation hat sich grundsätzlich geändert. Die Tatsache, dass die Formulierungschemiker heute mit esentlich besseren Grundlagen und Komponenten arbeiten können, hat dazu geführt, dass moderne Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie in keiner Weise mehr als minderwertig betrachtet werden dürfen. Speziell die synthetischen Schmierstoffe erreichen heule mindestens dasselbe, wenn nicht sogar ein höheres Performanceprofil als ihre konventionellen Gegentypen.




Der Einsatz von synthetischen Grundölen kombiniert mit optimal abgestimmten Additiven ist dabei jedoch in vielen Fällen zwingend. Fachwissen und praktische Erfahrung sind sehr wichtig, um den optimalen Schmierstoff empfehlen und die Wartungsintervalle für die Schmierung festlegen zu können, das Letztere in Abstimmung mit der jeweiligen Anwendung und den Umgebungsbedingungen. Die Intervalle für einen Ölwechsel hängen aber immer noch eher von der Verunreinigung des Schmierstoffs als von der Verminderung seiner Schmiereigenschaften infolge Nachlassens der Additive oder vorzeitiger Alterung ab. Eine spannende Herausforderung, der nur mit einer Skala von Hochleistungsschmierstoffen und mit Fachwissen begegnet werden kann.

Die Anbieter von Schmierstoffen für die Lebensmittelindustrie haben in den letzten Jahren durchweg ihr Produktportfolio modernisiert und dazu viel Informationsmaterial publiziert. Sie bieten ebenfalls Kundenseminare und lokale Schulungen an, damit der Einsatz der neuen Schmierstoffgeneration zum Erfolg für alle Beteiligten wird.

Für nähere Auskünfte: FUCHS LUBRICANTS GmbH

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